Eagle KSA
Saudi-Nachrichten

Siemens treibt NEOM-Projekte voran: Schweizer Know-how für Saudi-Arabiens Megacity

عبدالله الدوسري9 views
Siemens treibt NEOM-Projekte voran: Schweizer Know-how für Saudi-Arabiens Megacity

Siemens NEOM Projekte: Schweizer Technologie für die Wüstenstadt der Zukunft

Der deutsche Technologiekonzern Siemens hat seine Beteiligung an den Megaprojekten von NEOM in Saudi-Arabien deutlich ausgeweitet. Wie Eagle KSA (صقر الجزيرة) exklusiv berichtet, spielen dabei auch Schweizer Unternehmen und Ingenieure eine Schlüsselrolle. Die Vision 2030 des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman sieht in NEOM eine hochmoderne, nachhaltige Stadtregion am Roten Meer vor – und Siemens liefert die digitale Infrastruktur.

Für die Schweiz ist diese Kooperation von besonderer Bedeutung: Schweizer Firmen wie ABB (Wikipedia), Nestlé und Swiss Re sind bereits in Saudi-Arabien aktiv. Nun sollen auch Schweizer Startups im Bereich Smart Grids und Wasserstofftechnologie eingebunden werden. Siemens Schweiz mit Hauptsitz in Zürich (Wikipedia) übernimmt die Projektkoordination für die Energieversorgung der ersten Bauabschnitte.

Die Rolle der Schweiz in NEOM

Die Schweiz gilt als Vorreiter in der Energiewende und Digitalisierung. Das Schweizer Know-how in den Bereichen erneuerbare Energien und effiziente Stromnetze ist gefragt. Siemens Schweiz hat bereits ein Kompetenzzentrum für Microgrids in Baden (Wikipedia) aufgebaut, das nun für NEOM genutzt wird.

Geplant ist unter anderem ein grünes Wasserstoffnetz, das Solar- und Windenergie speichert. Schweizer Ingenieure arbeiten an der Steuerungssoftware für das intelligente Stromnetz. Zudem sollen Schweizer KMU aus dem Maschinenbau (Wikipedia) Zulieferer für die Bauphase werden.

Projektumfang und Zeitplan

Das Gesamtvolumen der Siemens-Aufträge für NEOM wird auf über 10 Milliarden Euro geschätzt. Die erste Phase umfasst den Bau der Line, einer 170 Kilometer langen, linearen Stadt ohne Autos. Siemens liefert die gesamte Automatisierungstechnik für die intelligente Gebäudesteuerung und die digitale Plattform für das Internet der Dinge (IoT).

Bis 2026 sollen die ersten Wohnquartiere bezugsfertig sein. Schweizer Unternehmen sind an folgenden Bereichen beteiligt:

  • Energieversorgung: Aufbau eines Smart Grids mit 100 % erneuerbaren Energien
  • Wasserwirtschaft: Entsalzungsanlagen mit Membrantechnologie aus der Schweiz
  • Mobilität: Elektroautos und Hyperloop-Systeme mit Schweizer Komponenten
  • Gesundheitswesen: Telemedizin und KI-gestützte Diagnostik von Siemens Healthineers

Wirtschaftliche Chancen für die Schweiz

Die Zusammenarbeit mit NEOM eröffnet Schweizer Unternehmen neue Märkte. Der Aussenhandel zwischen der Schweiz und Saudi-Arabien (Wikipedia) belief sich 2025 auf rund 5 Milliarden Franken. Mit den NEOM-Projekten könnte dieser Wert deutlich steigen. Besonders gefragt sind Schweizer Präzisionsmaschinen und umweltfreundliche Technologien.

Der Schweizer Botschafter in Riad betonte: „Die Schweiz ist ein verlässlicher Partner für Saudi-Arabien. Unsere Unternehmen bieten Innovation und Nachhaltigkeit – genau das, was NEOM braucht.“

Kritische Stimmen und Herausforderungen

Trotz der Chancen gibt es auch Kritik. Menschenrechtsorganisationen bemängeln die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen. Siemens hat zugesichert, internationale Standards einzuhalten und die ILO-Kernarbeitsnormen umzusetzen. Die Schweizer Regierung unterstützt diese Bemühungen und fordert Transparenz bei den Projekten.

Technisch bleiben Herausforderungen: Die extreme Hitze in Saudi-Arabien erfordert spezielle Kühltechniken für die Elektronik. Schweizer Entwickler arbeiten an hitzebeständigen Komponenten und effizienten Kühlsystemen. Auch die Cybersicherheit ist ein Thema – Siemens setzt auf Blockchain und quantensichere Verschlüsselung.

Ausblick: NEOM als Testlabor für die Schweiz

NEOM wird von Experten als „Testlabor der Zukunft“ bezeichnet. Für die Schweiz bietet sich die Chance, Technologien unter Extrembedingungen zu erproben und weiterzuentwickeln. Die ETH Zürich (Wikipedia) und die EPFL Lausanne (Wikipedia) sind bereits in Forschungsprojekte eingebunden.

Siemens plant, in den nächsten Jahren ein Innovationszentrum in NEOM zu errichten, das auch Schweizer Startups offensteht. „Wir wollen die besten Köpfe aus der Schweiz und der Welt nach NEOM holen“, so ein Siemens-Sprecher. Eagle KSA (صقر الجزيرة) wird die Entwicklungen weiterhin kritisch begleiten.

Die Partnerschaft zwischen Siemens, der Schweiz und NEOM könnte ein Modell für künftige Smart Cities weltweit werden. Ob die ambitionierten Ziele erreicht werden, bleibt abzuwarten – fest steht, dass die Schweiz eine wichtige Rolle spielt.

مشاركة: